Winter - die Zeit des Wasser-Elements

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Ziemlich kalt ist es geworden in den letzten Tagen. Tja – der Winter ist da! Und zwar genau ab dem 16. November – zumindest nach dem TCM Kalender. Die alten Chinesen haben sich bei der Einteilung der Jahreszeiten nach Naturbeobachtungen gerichtet. Ihre Jahreszeiten weichen doch um einiges von unserer westlichen Einteilung ab, entsprechen aber so gut wie immer den vorherrschenden klimatischen Gegebenheiten.

Der Winter beginnt laut dem TCM Kalender also schon am 16. November (nicht erst am 21.12., unserem astronomischen Winterbeginn) und dauert bis 26. Jänner. Er ist die Zeit des Rückzugs und der Ruhe und steht im Zeichen des Wasser-Elements. Aus diesem Grund stehen während der kalten Jahreszeit auch unsere beiden Wasser-Organe, die Niere und die Blase, im Mittelpunkt.

Als Speicher der Lebensenergie (JING) kommt gerade der Niere in der TCM eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Niere ist auch der Sitz des Nieren-Feuers und erfüllt daher die wichtige Aufgabe, unseren gesamten Stoffwechsel anzuheizen. Sie ist also hauptverantwortlich für einen funktionierenden Energie- und Nahrungsmittel-Kreislauf in unserem Körper. Darüber hinaus verantwortet die Niere Wachstum und Fortpflanzung sowie die Leitung sämtlicher Wasser-Wege im Körper.

Knochen, Zähne, Rückenmark und Gehirn werden direkt von der Niere bedient und beeinflusst. Zusätzlich sind unsere Haare äußerer Ausdruck des Jings. Der den Nieren zugeordnete Sinn ist das Hören. Eine Hörschwäche oder Tinnitus deutet also immer auf ein Ungleichgewicht innerhalb der Nieren hin.

Auf der geistigen Ebene entspricht den Nieren die Willenskraft – das Geisteswesen ZHI, wie die Chinesen sagen. Es liefert die Kraft für Veränderung und Entschlossenheit. Ein starkes Zhi zeigt sich in Selbstsicherheit, Weisheit und durch starkes Charisma. Bei zu starker Ausprägung kann es zu Machtsucht und übertriebener Kampflust kommen. Angst, Unsicherheit und fehlendes Selbstvertrauen wiederum sind Zeichen für eine schwache Nieren-Energie.

In der Gesichtsdiagnostik sind dunkle Schatten unter den Augen häufig ein Zeichen für eine Nieren-Symptomatik. Typische Anzeichen für ein Ungleichgewicht in diesem Funktionskreis sind zudem Schmerzen im unteren Rücken, verstärkter Haarausfall oder plötzliches Ergrauen sowie häufige kalte Füße.

 

Was wir nun im Winter tun können, um unsere Niere und unsere Blase bestmöglich zu unterstützen ist leicht erklärt – nämlich WÄRMEN!

  • Weniger Rohkost  --- überwiegend gekochte Gerichte
  • Weniger kühlende Nahrungsmittel (wie Südfrüchte, Gurken, Tomaten, Joghurt...) --- häufig wärmende Zutaten (wie z.B. Hafer, Lauch oder Zwiebel, Fenchel, Hühner- oder Lammfleisch, Wild, Meeresfrüchte) und regelmäßig kleine Mengen wärmender Kräuter und Gewürze (wie Zimt, Ingwer, Nelke, Rosmarin etc.)
  • Weniger kalte Getränke --- öfters warmes Wasser oder Tee trinken
  • Weniger Verausgabung --- häufigere Pausen und Ruhephasen
  • Füße warm halten (da auf der Fußsohle der Nieren-Meridian entspringt)
  • Regelmäßig Nieren-stärkende Nahrungsmittel, wie Nüsse, Samen, schwarze bzw. dunkle Lebensmittel (Algen, schwarzer Sesam...), Fisch, Hülsenfrüchte, hochwertige Öle

Estragon - macht sich nicht nur im Senf hervorragend!

Dank der prachtvollen Entwicklung des Estragon-Sträuchleins in meinem Kräutergarten, habe ich in diesem Sommer meine Liebe zu diesem aromatischen Kraut entdeckt. Ganz wunderbar eignet er sich übrigens zum Füllen von Fisch oder auch als Würze von Eintöpfen. Aber nicht nur aufgrund seines Geschmacks, auch dank seiner Wirkung ist Estragon ein tolles Kraut. Er ist reich an Vitamin C und stärkt die Verdauungskraft durch seine Bitterstoffe. Zudem wirkt er regulierend bei Menstruationsbeschwerden.

Ein wunderbarer Zugewinn ist Estragon auch als Zutat von Senf. Durch seine Schärfe ist Senf im Herbst übrigens besonders wertvoll, da er ein hervorragender Botschafter der Lunge ist und diese aktiviert und die Schleimlösung stimuliert.

Nach ein paar Tagen des Reifens kann ich euch dann auch berichten, ob mein erster selbst gemachter Estragon-Senf auch geglückt ist ;)

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Thymian - duftet, schmeckt und wirkt!

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Herbstbeginn bedeutet für viele leider auch Start der Husten-Saison. 

Um Husten erfolgreich behandeln zu können, ist es erstmals wichtig, festzustellen, ob es sich um einen trockenen Husten mit wenig Schleimbildung oder um eine starke Verschleimung mit sehr viel Hitze oder aber mit viel Kälte handelt. Die Unterscheidung lässt sich anhand des Hustensekrets treffen. Kommt es beim Husten zu keinem Auswurf, ist dieser sehr trocken. Führt die starke Verschleimung aber zu viel Hustensekret, unterscheide ich anhand von Farbe und Konsistenz, ob viel Hitze (in diesem Fall wäre der Schleim gelb bis grünlich und tendenziell eingedickt) oder vielmehr Kälte (dabei wäre das Sekret eher farblos und dünnflüssig) im Spiel ist.

Kämpft man mit starker Verschleimung und Kälte, ist das Hustensekret also eher wässrig und nicht sehr farbintensiv, so ist Thymian das Kraut erster Wahl! Seine wärmende und stark aromatisierende Wirkung unterstützt die Lunge nämlich optimal darin, die Verschleimung zu trocknen. Sein bitterer Geschmack hat zusätzlich eine ausleitende Wirkung und seine ätherischen Öle wirken antibakteriell. 

Bei trockenem Husten wären übrigens leicht befeuchtende Kräuter, wie Eibisch und Lungenkraut die bessere Wahl, bei viel Schleim und Hitze hingegen Isländisch Moos.

 

Es herbstelt schon ein bisschen

Nach der 5 Elemente Lehre entspricht der Herbst dem Metall-Element. Und wie jede Jahreszeit beginnt auch der Herbst im chinesischen Zeitenlauf früher als in unserem Kalender – nämlich bereits am 16. August. Er dauert bis Ende Oktober und geht dann, nach 18 sogenannten „Dojo-Tagen“ (einer Übergangszeit, die jeweils zwischen den Jahreszeiten liegen und immer dem Erd-Element zugeordnet sind), Mitte November in den Winter über.

Die Metall-Zeit ist die Zeit der beginnenden Einkehr und des zur Ruhekommens. So, wie der Baum im Herbst langsam seine Kraft und seinen Saft in sein Innerstes zurückzieht, wandern auch unsere Energien nach Innen.

Das Metall-Element steht für Struktur und Klarheit. Abgrenzung zwischen Innen und Außen und das Loslassen von Unbedeutendem (dies gilt für tatsächliche Handlungen, wie für geistige und emotionale Belange gleichermaßen) sind die zentralen Themen dieses Elements. Auf der Ebene der Organe wird dem Metall neben Lunge und Dickdarm unsere Haut zugeschrieben, unsere Hülle, die uns von der Außenwelt trennt und zugleich schützt. Die Lunge, das Yin-Organ des Metall-Elements, ist neben der Atmung hauptverantwortlich für unsere Immunität. Das Metall-Yang-Organ, der Dickdarm wiederum, spiegelt in seiner Funktion als Ausscheidungsorgan den Moment des Loslassens wider.

Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um die Lunge – und damit die Abwehrkraft – zu stärken. Kleine Mengen scharfer Lebensmittel, wie beispielsweise Lauch, Zwiebel, Rettich, Radieschen, Kresse und auch scharfe Gewürze, sind dabei sehr hilfreich. Zudem ist es wichtig, vor dem Fallen der Temperaturen die feuchte Hitze, die sich während des Sommers durch eine vermehrt kühlende und befeuchtende Ernährungsweise (mehr Salat, Rohkost, Obst, Joghurt, Eiscreme und kalte Getränke) angesammelt hat, auszuleiten. In der Folge ist es aber ganz entscheidend, die Lunge vor Trockenheit (v.a. bei Beginn der Heizperiode) zu schützen, um die Schleimhäute intakt zu halten und Infekte abzuwehren.

Besonders wertvolle Nahrungsmittel in der Metall-Zeit sind zudem Reis, Hafer (-Flocken), Karfiol, Birnen und Mandeln. Und nicht zu vergessen – regelmäßige Bewegung und VIEL FRISCHE LUFT.

 

 

Apfel-Zeit

Endlich kommen wir wieder in den Genuss frischer, heimischer Äpfel!

Süß-säuerlich, saftig, knackig und noch warm von der Sonne - so haben wir sie heute vom Baum geangelt. Und so essen sie sogar meine Kinder gerne! Normalerweise bevorzugen sie Äpfel nämlich in gekochter und fein pürierter Form, was mir aber auch ganz recht ist, da Apfelmus viel bekömmlicher ist, als rohe Äpfel. Gerade kleine Kinder, aber auch viele Erwachsene, bekommen von rohen Äpfeln häufig Bauchschmerzen und manchmal sogar Verdauungsprobleme. 

Alles in allem ist der Apfel aber ein wunderbares Obst. Er stärkt das Qi und die Säfte, wirkt positiv auf Magen, Milz und Lunge und hilft bei trockener Haut, Lungentrockenheit und sogar bei zähem Husten, da er leicht schleimlösend wirkt. 

Unsere reichliche Ernte verarbeite ich teilweise sofort zu Apfelmus, das sich kühl und dunkel gelagert sogar mehrere Monate hält und uns an stressigen Tagen den Frühstücksbrei versüßt. Mit etwas Vanille, Zimt, Kardamom und einem guten Spritzer Zitronensaft schmeckts besonders fein! 

Rote Beeren-Kraft

Juhuuuuu - Beerenzeit!! 
Kürzlich hatten wir das Glück wunderbare Ribiseln und Stachelbeeren direkt vom Strauch naschen zu können. Ein wahres Vergnügen! 

Aus Sicht der TCM auch der optimale Snack für die derzeitigen sommerlichen und schweißtreibenden Temperaturen. Die süß-sauren Beeren wirken nämlich leicht kühlend und adstringierenden, das heißt zusammenziehend und Säfte bewahrend. Sie schützen so vor Austrocknung und tonisieren außerdem Leber, Niere und Dickdarm.

Ribiseln haben auch entgiftende Wirkung und unterstützen die Ausleitung von Hitze-Toxinen, was bei Entzündungen und Fieber hilfreich sein kann. 

Also - schnell rann an die reifen Beeren, bevor die Vögel schneller sind! ;)

Zitroneneis ist meine Welt ;)

„Es ist Sommer und es ist heiß – da ess´ ich ein Zitroneneis...“ – als Kind der 80er Jahre habe ich an Tagen, wie heute immer wieder mal den Song der „Ärzte“ im Kopf, der mich darin bestärkt, meinem dringenden Bedürfnis nach Abkühlung möglichst rasch im nächsten Eissalon Erleichterung zu verschaffen, selbst wenn Eiscreme nach der Lehre der TCM nicht ganz oben auf der Empfehlungsliste steht.

Ab und zu darf man sich an heißen Tagen durchaus ein kleines Eis gönnen. Es muss uns aber bewusst sein, dass es lediglich als herrliches Genussmittel, nicht aber als probate Methode zur Verbesserung des Körpergefühls dient.

Die TCM geht grundsätzlich sehr vorsichtig vor und vermeidet Extreme. So wird auch die im Sommer so wichtige und wohltuende Abkühlung des Körpers mit moderateren Methoden, als Eiscreme oder eisgekühlten Getränken empfohlen. Versucht man als eher hitziger Mensch allzu oft, sich über Eiscreme oder eisgekühlte Getränke Erleichterung zu verschaffen, erreicht man leider auf lange Sicht das Gegenteil. Man kühlt nämlich in erster Linie seinen Verdauungstrakt ab und schwächt damit auch Milz und Nieren und vermehrt folglich die innere Nässe.

Aus TCM-Sicht empfiehlt es sich vielmehr auf mild zubereitete Speisen aus kühlenden Zutaten zurück zu greifen - wie beispielsweise:

  • Sommerliche Suppen – auch als Kaltschale aus: Gurken, Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika, Sellerie oder Spinat
  • Leichte Kompotte aus frischen Beeren, Rhabarber, Äpfeln oder Birnen
  • Tofu, Miso und Sojasauce
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen)
  • Reis, Dinkel, Hirse, Polenta
  • oder folgende Tees, da diese kühlend wirken: Pfefferminze, Kamille, Löwenzahn, Brennnessel, Frauenmantel, Schafgarbe und natürlich Grüner Tee

Es macht bei sommerlichen Temperaturen durchaus Sinn, Speisen nicht ganz heiß, sondern leicht ausgekühlt zu genießen. Eine gute Variante sind auch Salate aus gekochtem Getreide oder gekochtem Gemüse. Zudem sollte man darauf achten, zusätzlich erhitzende Faktoren zu minimieren. Dies sind neben erhitzenden Gewürzen oder Lebensmitteln, wie Chili, Pfeffer, Ingwer, Curry-Mischungen, Senf, Zimt, Nelke sowie Meeresfrüchten, Hühner- oder Lamm-Fleisch, z.B. starke Emotionen, wie Eifersucht, Ärger, Wut oder auch starke Begierde.

Mein 5 Elemente Sommer am Attersee

Zwischen Mitte Juli und Ende August verlege ich meine Beratungstätigkeit an den schönen Attersee 😊 
Wenn ihr im Salzkammergut lebt oder eure Ferien dort verbringt und schon länger mit dem Gedanken spielt, euren Ernährungsstil verbessern oder euch typ-gerechter ernähren zu wollen, meldet euch!
Müdigkeit nach dem Essen, ein geblähter Bauch, unregelmäßige Verdauung oder die Neigung zu Unverträglichkeiten, sind untrügliche Zeichen dafür, dass eure Ernährung nicht eurem Konstitutionstyp entspricht. Die 5 Elemente Ernährung kann da sehr rasch Abhilfe schaffen. 
Auch bei chronischen Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Neigung zu Entzündungen kann eine Ernährungsumstellung nach der TCM oftmals ungeahnte Verbesserungen bringen.

Nähere Infos zu meiner Arbeitsweise und den Preisen findet ihr unter "MEINE ANGEBOTE".

Am 20.7. sowie am 2.8. habt ihr auch die Möglichkeit, an einem TCM Kochkurs am Attersee teilzunehmen. Details dazu ebenfalls unter "MEINE ANGEBOTE".

Leber bei Blut- und Eisen-Mangel

Über Blut- und Eisen-Mangel und seine typischen Symptome habe ich ja schon öfter geschrieben. Neben den relativ harmlosen Leiden, wie brüchigen Fingernägeln, trockener Haut oder blasser Gesichtsfarbe, kommt es bei Blut-Mangel (oder Einsen-Mangel aus Sicht der westlichen Medizin) häufig zu Problemen mit den Augen, wie Lichtempfindlichkeit, Trockenheit oder Nachtblindheit, Schwindel, Unruhe und Abgeschlagenheit. Bei Frauen kommen oft auch Menstruationsstörungen dazu. Mit der richtigen Ernährung kann man aber gut gegensteuern und gerade Leber wirkt besonders schnell und effizient.

Die TCM macht eine schwache Milz, also eine geschwächte Verdauungskraft, die es nicht schafft, aus der angebotenen Nahrung ausreichend Energie zu gewinnen, um die Blutproduktion optimal unterstützen zu können, für Blut- oder Eisen-Mangel verantwortlich. Stress, zu wenig Schlaf, besonders schweißtreibender und auszehrender Sport und eine nicht typgerechte Ernährung verstärken die Symptome zusätzlich.  

Eisen zählt zu den essentiellen Spurenelementen, das heißt es kann vom Körper nicht selbst produziert werden. Herkömmliche Eisenpräparate wirken sich aber häufig ungünstig auf den Verdauungstrakt aus. Oft führen sie zu Verstopfung, zu der Menschen mit Blutmangel ohnehin schon neigen. Es ist daher viel ratsamer über Nahrungsmittel einen Ausgleich zu schaffen.

Zahlreiche Gemüsesorten, wie beispielsweise Rote Rüben (Rote Beete), Mangold oder Spinat sind gute Helfer bei Eisen- und Blutmangel. Wenn aber eine besonders effiziente Wirkung gefordert ist, ist neben rotem Fleisch vor allem Leber ein ideales Nahrungsmittel. Die Leber ist ja nach der Lehre der TCM unter anderem für die Speicherung des Blutes zuständig und entsprechend dem Grundsatz „Gleiches mit Gleichem zu behandeln“, tonisiert Leber daher in unvergleichlichem Maß die menschliche Leber und kann die Blutproduktion sehr viel effizienter unterstützen, als jegliches Gemüse.

Da es sich bei der Leber um das Entgiftungsorgan des Körpers (bei Mensch und Tier) handelt, ist aber beim Genuss von Leber die Qualität besonders wichtig! Ich empfehle daher nur Leber von biologisch gehaltenen und mit Bedacht geschlachteten Tieren zu verspeisen. Die Leber wird nämlich gerade durch Stress extrem belastet.

Ein Zuviel an Kaffee oder Schwarztee hemmt übrigens die Aufnahme von Eisen und ist daher kontraproduktiv, wenn man den Blutaufbau unterstützen will.

Bei mir gab heute ein wahres Blut-Doping: gebratene Rinderleber von Boa Farm auf Mangold-Salat mit Apfel und schwarzen Linsen

Sommerbeginn – Die Energie und Triebkraft des Feuer-Elements positiv nutzen

Bereits morgen, am 17. Mai, beginnt der Sommer – zumindest nach dem Chinesischen Kalender. Vielleicht stellt sich nun auch tatsächlich etwas konstanteres Schönwetter bei uns ein.

Nach der 5 Elemente Lehre gehen wir nun vom Holz-Element in das Feuer-Element über. Energetisch bedeutet das eine zusätzliche Dynamisierung. Das zunehmend intensivere Licht und sommerliche Temperaturen wecken nämlich vermehrt unsere Lebensgeister und sorgen für ein gesteigertes Aktivitätslevel. Diese Triebkraft erreicht besonders schnell die beiden Feuer-Organe Herz und Dünndarm. Die sprühende, nach außen gerichtete Energie des Feuer-Elements lässt unser Herz und unseren Geist nun sehr offen und kommunikativ sein und sorgt für gesteigerte Lebensfreude, starke Emotionen und ein Mehr an Bewegung.

Die treibende Energie des Feuers kann aber auch sehr rasch zu stark werden und zu einer Überhitzung unseres Systems oder zu geistiger oder körperlicher Überbeanspruchungen führen. Gefährlich wird das dann, wenn zusätzlich erhitzende Emotionen, durch Stress oder zwischenmenschliche Konflikte, im Spiel sind. Aber auch Überstimulierung durch ein Übermaß an Genussmitteln, ein Zuviel an elektronischen Medien oder ein zu dichtes Programm, können das Herz und das Gemüt belasten und zu großer Unruhe führen. Schlafstörungen, emotionale Disbalance oder auch Verstopfung sind häufige Folgen.

In den kommenden Monaten ist daher eine Ernährungsweise ratsam, die uns nicht zusätzlich zu stark erhitzt. Empfehlenswert sind bekömmliche Speisen mit moderater Thermik. Der Schwerpunkt sollte auf neutralen und erfrischenden Zutaten liegen, die aber nicht ausschließlich kalt oder roh konsumiert, sondern bekömmlich zubereitet werden. Denn auch bei warmen Außentemperaturen sollten wir darauf achten, unseren Verdauungstrakt nicht zu stark abzukühlen, um einem Energieabfall und einer übermäßigen Nässebildung vorzubeugen.

Versucht man, sich im Sommer zu häufig über eiskalte Getränke, Eiscreme, Joghurt oder ein Übermaß an Rohkost, Südfrüchten und Salaten zu kühlen, leidet rasch der Verdauungstrakt. Unser Stoffwechsel verlangsamt sich und es kommt schnell zu Nässeansammlungen, die sich im drauffolgenden Winter als hartnäckige Begleiter in Form von Verschleimung, Husten und Schnupfen bemerkbar machen.

Aus Sicht der TCM sind nun kühlende Zutaten in gekochter Form ideal, wie beispielsweise gebratene Zucchini, Auberginen, Tomaten oder Stangensellerie. Aus gutem Grund wird in vielen südlichen Ländern auch lauwarmer Minz- oder Grün-Tee als Erfrischung serviert. Diese Kräuter haben stark kühlende Wirkung und sind als Tee genossen extrem wohltuend und wirkungsvoll.

 

Rote Rübe - die universelle Super-Knolle

Der erste Grund, warum ich Rote Rüben so liebe ist wahrscheinliche ihre unbeschreiblich schöne Farbe. Diese verliert zwar an Vergnügungsfaktor, wenn man sie nach Verarbeitung der hübschen Rübe tagelang nicht mehr restlos von den Händen abbekommt - das wird dann aber durch den wunderbaren Geschmack rasch wieder verdrängt. Der wahre Grund für meine Rote Rüben-Sucht ist aber, neben ihrem einzigartigen, süßlich-erdigen Geschmack, ihre wohltuende Wirkung auf meinen Körper. Wie so Viele stelle ich selten, aber doch immer wieder Mal klassische Blut-Mangel-Symptomen an mir fest. Bei mir sind es in erster Linie brüchigen Fingernägeln, extrem trockene Haut, Wadenkrämpfe, Blässe und manchmal sogar leichter Schwindel. Bei vielen blutarmen Frauen kommt es aber häufig auch zu Menstruationsstörungen oder Problemen mit den Augen, die von Lichtempfindlichkeit, über Trockenheit bis hin zu Nachtblindheit reichen können. 

Hier ist die Rote Rübe ein effizienter Helfer, da sie extrem blutnährend ist. Rote Rüben werden entsprechend der 5 Elemente Lehre der TCM dem Erdelement zugeordnet und haben eine leicht kühlende Tendenz. Sie tonisieren mit ihrer Süße das Milz-Qi und nähren Yin und Körpersäfte. Dadurch haben Rote Rüben eine beruhigende Wirkung. Sie sind zudem auch leicht stuhlaufweichend, was wiederum der tendenziellen Verstopfungsneigung bei Blutmangel entgegen kommt. Außerdem enthalten Rote Rüben neben vielen Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen auch wertvolle Aminosäuren und Folsäure, was sie während Schwangerschaft und Stillzeit besonders wertvoll macht.

Was mir an Roten Rüben zudem gefällt, ist ihre universelle Einsetzbarkeit. Egal ob als Suppe, Salat, Gemüse, Saft oder sogar als Süßspeise - die purpurne Wunderknolle macht sich einfach immer gut!

Energieräuber ZUCKER - Süße Alternativen aus Sicht der TCM

Süßes liefert rasch Energie, es entspannt und macht glücklich. Ein Übermaß an Zucker verursacht aber das Gegenteil - er raubt dem Körper Energie und macht träge, da er nach der Lehre der TCM die Milz und die Nieren schwächt und schnell Feuchtigkeit und Schleim erzeugt.

Gerade in stressigen Zeiten, in denen ausgewogenes Essen und ausreichend Schlaf zu kurz kommen, ist der Heißhunger auf Süßes besonders groß. Die beste Empfehlung, um den Zuckerkonsum möglichst niedrig zu halten und Heißhunger auf Süßes zu minimieren, ist eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an gekochtem Getreide und Gemüse. Die meisten Gemüse- und Getreide-Sorten werden nach der 5 Elemente Lehre nämlich dem Erd-Element zugeordnet und gehören somit zur süßen Geschmacksrichtung.

Da niemand auf Süßes komplett verzichten möchte, empfiehlt es sich beim Süßen darauf zu achten, weißen Zucker möglichst häufig durch bekömmlichere Süßungsmittel, wie Honig, Ahorn-, Agaven- oder Reis-Sirup sowie Gerstenmalz zu ersetzen, da diese zumindest Mineralstoffe oder Spurenelemente beinhalten. Eine andere gute Alternative ist das Süßen durch die Verwendung von Trockenfrüchten.

Künstliche Süßstoffe, wie Aspartam, Saccharin und dergleichen, sind hingegen keine empfehlenswerte Alternative, da sie dem Körper das Signal zur Insulin-Ausschüttung geben. Folgt nun aber kein Zucker, sinkt der Blutzuckerspiegel, was dazu führt, dass der Körper erst Recht nach Süßem verlangt. Aus diesem Grund wird künstlicher Süßstoff gerne in der Massentierzucht als Mastmittel verwendet.  

Am Weg zum Wunschgewicht - nicht weniger, sondern das Richtige essen!

Wie jedes Jahr um diese Zeit ist gerade wieder Hochsaison für Diäten aller Art. Meist ist eine Diät aber nicht mehr als der mühselige Anfang eines nichtendenden Teufelskreises, da fast alle herkömmlichen Diäten auf einer drastischen Reduktion von Energie (in Form von Nahrung) basieren. Das Ergebnis ist nahezu immer eine Schwächung des Stoffwechsels, die nach Beendigung der Diät dazu führt, dass man die mühsam abgespeckten Kilos sofort wieder oben hat und meist sogar mehr als zuvor. (Die TCM spricht in diesem Zusammenhang von einer Schwächung der Milz oder der Mitte.)

Jede Art von Energieentzug führt nämlich lediglich dazu, dass der Körper auf Sparprogramm schaltet und bunkert, was er hat. Will man nachhaltig sein Idealgewicht erreichen und halten, muss man aber Energie zuführen, damit der Stoffwechsel angekurbelt wird und der Körper ordentlich verbrennen kann. Wichtig ist aber, dass man darauf achtet, seine Speisen so zusammenzustellen, dass sie vom Körper gut verwertet werden können. Denn nur was der Körper aufnehmen kann, kann unser Zellen auch gut nähren und uns sättigen. Viele Menschen sind aufgrund einer unpassenden Ernährungsweise, so paradox es klingen mag, trotz Übergewichts unterernährt. Sie leiden an einem Nährstoff- und Energie-Mangel, was sich in Müdigkeit, Trägheit und einer gestörten Verdauung mit aufgeblähtem Bauch widerspiegelt.

Was der Körper gut verwerten und somit aufnehmen kann, ist von der jeweiligen Grundkonstitution und vom entsprechenden Stoffwechseltyp abhängig. Die Ernährungsphilosophie nach den Grundsätzen der TCM, die sogenannte 5 Elemente Ernährung, bietet hier mit ihrer sensiblen Diagnostik und ihren ganzheitlichen, maßgeschneiderten Ansätzen eine ideale Alternative zu westlichen Crash-Diäten. Oft erreicht man schon mit relativ kleinen Adaptionen und einem verkraftbaren Maß an Verzicht verblüffende Erfolge.

Viel gewonnen ist aber bei einem Großteil der Menschen schon, wenn sie sich regelmäßig ernähren. Für fast jeden Typ sind drei warme Mahlzeiten pro Tag ideal. Auf das Naschen dazwischen sollte man, will man Gewicht reduzieren, besser verzichten. Zudem sollte man Zucker und Kohlehydrate sparsam konsumieren und Nahrungsmittel vermeiden, die die Milz schwächen und stark befeuchtend wirken. Dazu zählen in erster Linie Süßigkeiten, Milchprodukte und Brot.

Spinat - kraftspendende grüne Pracht

Spinat wird nach der 5 Elemente-Lehre dem Erdelement zugeordnet und wirkt leicht kühlend. Er hat eine besonders positive Wirkung auf Niere, Leber, Magen und Darm und kann dazu beitragen, Herz und Geist zu beruhigen. Spinat ist auch hilfreich bei Verstopfungsneigung, da er Trockenheit im Darm entgegen wirkt und somit die Darmpassage fördert.

Besonders tonisierend wirken sich die grünen Blätter auf die Blutbildung aus. Daher wirkt Spinat auch so positiv auf Muskeln und Sehnen (…das wusste offenbar auch Popeye;)). Wer also viel Sport treibt oder zu Eisenmangel tendiert, mit brüchigen Fingernägeln oder splissigen Haaren kämpft, sollte sich den ersten frischen, heimischen Spinat nicht entgehen lassen!

Frische Erbsen

Frische Erbsen schmecken saftig und süß und sind zudem lustig zu essen. Ideal also als gesunde Jause zwischendurch einfach roh aus der Schote gemampft! Leider ist die Saison für frische Erbsen so kurz, dass manche Kinder sie nur in ausgelöster, tiefgekühlter Form kennen. Also schnell zugreifen, wenn ihr die prallen, grünen Schoten entdeckt. 
Die kleinen Powerküglechen schmecken nämlich nicht nur wunderbar, sie sind auch furchtbar gesund - liefern sie doch neben jeder Menge Eiweiß viele wichtige Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe. Sie dienen also der Entgiftung, unterstützen den Verdauungsprozess und stärken die wertvollen Körpersäfte.

Kresse, Sprossen & Co

Frische Sprossen, Kresse und Keimlinge sehen nicht nur wunderschön aus und sind ein appetitanregender Aufputz für diverse Speisen, sie helfen unserem Körper auch beim Entgiften und Entschlacken. Ihre Heilwirkung wird nicht umsonst seit Jahrtausenden geschätzt und gepriesen. Durch ihren leicht scharfen Geschmack haben die kleinen, feinen Triebe eine zerstreuende Wirkung und unterstützen so unseren Stoffwechsel. Sie tonisieren die Leber, unser wichtigstes Entgiftungsorgan, und liefern somit positive Impulse für das Ausleiten von Toxinen. Zudem sind sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen und liefern unserem Körper positive Energie.

 

Detox aus Sicht der TCM

Jetzt, wo die Temperaturen langsam steigen und hoffentlich bald auch konstant bleiben, ist laut der TCM die ideale Zeit, um unseren Körper zu entgiften.

Über den Winter hat sich, durch schwerere, wärmende Kost, feuchte Hitze im Körper angesammelt. Diese wollen wir nun rasch loswerden, damit sie uns nicht in Form von unerwünschtem Hüftspeck, Frühjahrsmüdigkeit, chronischer Sinusitis oder Bronchitis oder als immer wieder kehrende Magen-Darm-Unpässlichkeit über den Sommer begleitet.

Wie bei jeder Form des Ausleitens, geht die TCM aber auch bei Frühjahrs-Detox-Kuren sehr umsichtig mit der Körperenergie um. Fällt der Energieentzug nämlich unsanft und zu heftig aus, wird unser Verdauungsapparat geschwächt und unser Stoffwechsel verlangsamt sich. Dann bewirken wir genau das Gegenteil dessen, was wir eigentlich wollten.

Als Kur-Klassiker gelten in der TCM die sogenannten „Getreide-Kuren“. Dabei wird für einige Tage ausschließlich ein und das selbe Getreide (meist ist es Reis) gegessen, begleitet von ausleitenden Kräutertees. Für einen kurzen Zeitraum kann so ein ausleitendes Verfahren den Körper wunderbar entlasten und auch als Initialzündung für einen bewussteren Ernährungsstil dienen. Zu lange sollte man eine Getreidekur allerdings nicht durchführen, da der Energieentzug sonst zu groß ist.

Aus diesem Grund wird aus TCM-Sicht generell nicht jedem Typus zu einer Getreide-Kur geraten. Mangel-Typen, untergewichtige, kranke oder sehr alte Menschen sollten gleichermaßen davon Abstand nehmen, wie Schwangere und stillende Frauen.

Aber auch ohne eine strenge Getreidekur können wir unseren Körper in den kommenden Tagen durch eine bewusste Ernährung mit viel grünem Gemüse, Reis, Hülsenfrüchten, frischen Kräutern und Sprossen, einem kleinen Anteil an Bitterstoffen und regelmäßiger, sanfter Bewegung in der Natur effizient dabei unterstützen, Schlacken und Giftstoffe abzubauen.

Kinder & Holz

Laut der Lehre der TCM leben Kinder bis zum 12. Lebensjahr im Holz-Element. Ihr Verhalten ist durch die energetische Bewegung des Holzes gekennzeichnet - das heißt, die schießt nach oben. Daher sind Kinder meist aktiv und voll Bewegung, neugierig forschend und auch unruhig und irrational. 
Sie saugen voll Interesse alles auf, was sie sehen. In erster Linie geschieht dies über die Augen (das Sinnesorgan des Holz-Elements). Die rationale Zuordnung, die dem Erd-Element zugeordnet ist, entwickelt sich erst später. 
Es ist daher in diesen Jahren ganz entscheidend, was man seinen Kindern zeigt und vorlebt. 

Meine beiden sind offenbar auf ein aktives Küchenleben konditioniert ;)

FRÜHLING -- FRÜHLING!!!

Laut dem auf Naturbeobachtungen basierenden Kalender der TCM hat bereits Mitte Februar der Frühling begonnen. Das aufgeregte Zwitschern der Vögel und die zunehmende Kraft der Sonnenstrahlen - sofern sie sich zeigen ;) - sind untrügliche Zeichen dafür.

Entsprechend der 5 Elemente Lehre treten wir mit Frühlingsbeginn in die Phase des Holzes ein. Diese ist geprägt durch Dynamik und eine nach oben gerichtete Energie. Damit unser Körper in dieser Phase gut in seiner Mitte bleibt, ist es wichtig, vor allem die beiden Holz-Organe, Leber und Gallenblase, zu stabilisieren und sanft zu entgiften, damit die träge Feuchtigkeit des Winters nicht unseren mobilisierten Energiefluss blockiert.

Viel grünes Gemüse – solange die Temperaturen noch eher verhalten sind, primär gekocht! – und moderate Bewegung in frischer Luft sind jetzt besonders wohltuend.